Reihenfolge zum Bremse entlüften

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      Reihenfolge zum Bremse entlüften

      Ich war heute in einer Werkstatt zum Bremsflüssigkeitswechsel und entlüften der Bremsanlage.
      In dem Buch "Jetzt helfe ich mir selbst" steht auf Seite 230: "Wichtig ist die Reihenfolge, linkes Hinterrad, rechtes Hinterrad, rechtes Vorderrad, linkes Vorderrad."
      So habe ich es den Jungs in der Werkstatt gesagt und so haben sie es auch gemacht.

      Habe eben nochmal zu dem Thema im anderen Buch "So wird's gemacht" auf Seite 115 gelesen, die Reihenfolge sei hinten links, hinten rechts, vorne links und vorne rechts.
      Also nach diesem Buch ist die Reihenfolge vorne andersherum.

      Jetzt nochmal im RepHandbuch 161 nachgeschaut und dort steht es noch verwirrender: "Es wird am linken Hinterrad begonnen." Dann steht weiter im Text: "Dieser Vorgang wird nun hinten links, vorn rechts und vorn links wiederholt."
      Wenn ich hinten links beginne, müsste ich doch hinten rechts weitermachen - hier fehlt hinten rechts komplett bzw. einmal meinte der Autor wohl rechts statt links, nur zuerst oder als zweites?

      Im nächsten Absatz steht denn noch, daß bei Bremsanlagen mit Scheiben- und Trommelbremsen, zuerst die Scheibenbremsen entlüftet werden sollen.
      Das würde bedeuten, ich muss vorne anfangen zu entlüften?

      Was ist denn nun die richtige Reihenfolge? Diese unterschiedlichen Angaben sind für mich sehr verwirrend.
      Auf jeden Fall funktionierte meine Bremse auf dem Heimweg noch.

      Freue mich auf eure Antworten.
      Gruß Jens
      Servus,

      also, ich habe es so gelernt, dass man mit der längsten Leitung anfängt.
      Der Längenunterschied von hinten links und rechts ist minimal. Deshalb würde ich sagen, es ist vernachlässigbar ob du hinten Links oder rechts anfängst.
      Vorne ist natürlich dann die rechte Bremse die mit der längeren Leitung.

      Bei Fahrzeugen mit Scheibenbremse steht auch im Originalen Opel Werkstatthandbuch, dass zuerst die Scheibenbremsen entlüftet werden sollen.

      Gruß
      Max
      ABS? ESP? ASR? ich brauch nur FODÜM!
      (Fahrspaß Ohne Diesen Überflüssigen Mist)

      1x 72er Kadett B-L Limo 2-türig 50 PS
      1x 69er Blitz LF8 80 PS inklusive Bachert TSA von 1977 und Magirus AL12
      1x 53er Triumph BDG 250 H mit Steib LS 200 Beiwagen
      1x Hercules 220 PL
      Moin Max,
      das würde also bedeuten in all den drei Büchern steht es definitiv falsch - ist ja auch nicht schön...
      Mit der längsten Leitung anzufangen macht ja irgendwie auch einen erklärbaren Sinn, nur warum bei Scheibenbremsen vorn dann auch an den kurzen vorderen Leitungen beginnen?
      Ist es der Bremsleitung nicht egal, ob da eine Scheiben- oder Trommelbremse verbaut ist? Der Sinn erschließt sich mir nicht.
      Aber danke für deine Antwort, vielleicht hat da ja noch jemand eine Erklärung zu der Frage.
      Gruß Jens
      moin Jens,

      der Sinn erschließt sich mir auch nicht, warum Scheibe zuerst? hm..

      solange ich an Autos schraube haben wir immer an der längsten Leitung angefangen und uns dann sozusagen vorgearbeitet, das hat immer geklappt.

      inzwischen machen wir das mit Druckluft um den HBZ nicht zu stressen.

      LG Skippy
      Hi skippy,
      werde es demnächst auch nur noch in der Reihenfolge vom langen Weg zum kurzen Wege machen (HR, HL, VR,VL).
      Diesmal wurde es oldschool mit pumpen am Pedal gemacht, aber da hatte ich Vertrauen in die Jungs die das gemacht haben, daß sie nicht bis unten durchtreten.
      Der Meister hatte bereits über ein Jahr einen Shelby Daytona direkt bei Shelby restauriert und hat auch ein Zertifikat, der andere ist auch ein sehr erfahrener Monteur, der weiß wie es geht.

      Nichtdestotrotz werde ich mir mal so ein Teil zum entlüften besorgen - taugt dieses Teil was? https://www.amazon.de/ECD-Germany-Bremsenentl%C3%BCfter-Adapter-Bremsenentl%C3%BCftungsger%C3%A4t/dp/B07KCF7GW6/ref=sr_1_86?dchild=1&keywords=Bremsen+entl%C3%BCften&qid=1586527719&sr=8-86



      Gruß Jens und vorab schonmal frohe Ostern
      also...in meiner Eigenschaft als gelernter Mechaniker und über 30 Jahren Berufserfahrung kann ich nur sagen...hinten rechts gehts los...dann hinten links ,vorne rechts und zu guter letzt vorne links...und so wird es auch beim Kadett gemacht..Bremsen entlüftet man heute mit Überdruckgeräten und seit einigen jahren mit Tester und Überdruckgeräten......aber wer keine Ahnung hat sollte sowiso die Finger von der Bremse lassen....das kann schnell mal ins Auge gehen....
      vorher Kadett B Rallye Coupé F Monzablau code HH235....1100 SR....TSN 442
      jetzt Manta A SR Kardinalrot code JJ508....1900S....TSN 485
      Vectra B CC Bj.97 erste Hand 1,8 16V original Irmscher
      Yamaha Drag Star Custom Bj.99 Umbau
      Ist das Thema noch aktuell?
      Ich mache das immer so:
      Längste Leitung zuerst. Also hinten rechts.
      Dann nächstes Rad aus demselben Bremskreis. Beim Kadett hinten links. Bei diagonalen Bremskreisen halt vorn links.
      Dann längste Leitung aus dem verbleibenden Bremskreis -> vorne rechts. Dann das letzte Rad.
      Bei Einkreis von lang nach kurz.
      Pumpen reicht völlig, v.a. da kein ABS. In der Nähe des HBZ ist auch noch ein Entlüftungsnippel. Den zuerst entlüften bevor man die Luft nach hinten pumpt.
      Viele Grüße,
      Tim
      In der Nähe des HBZ ist auch noch ein Entlüftungsnippel. Den zuerst entlüften bevor man die Luft nach hinten pumpt.
      Viele Grüße,
      Tim[/quote]


      Wo ist dieser besagte Entlüftungsnippel.? :kop: Beim Kadett ganz sicher nicht. Stell mal ein Bild ein. :klatsch:

      Entlüften:
      Hinten rechts
      Hinten links
      Vorne rechts
      Vorne links fertig. :i):

      HH1200S schrieb:

      Pumpen reicht völlig, v.a. da kein ABS. In der Nähe des HBZ ist auch noch ein Entlüftungsnippel. Den zuerst entlüften bevor man die Luft nach hinten pumpt.
      Viele Grüße,
      Tim


      Oh, dann wärme ich mit alte Sachen auf.

      Beim "Bremse treten" gibt es ja einen nahezue festen Druckpunkt, an dem der Kolben im HBZ nicht mehr weiter nach vorne kann. Diese "unbenutzte" Zylinderfäche kann korrodieren und wird somit zwangsläufig rauer.

      Nun wird fleißig "gepumpt" beim entlüften, der Kolben "überfährt" mit der Primärmanschette die zuvor "unerreichbare" Fläche (ist ja kein Druckpunkt mehr da) und kann dadurch beschädig werden. (*).

      Ergebnis: HBZ defekt.

      (*) Natürlich nicht bei jenen, die das schon seit geschätzten 100 Jahren "so" machen. ;)
      Ab jetzt im Buchhandel erhältlich: "Geheimprojekt Opel Kadett B: C20XE DOHC 2.0 16V Umbau"
      (ISBN 978-3-7412-3972-4; 288 Seiten / 225 Bilder)

      https://m.youtube.com/watch?v=iMtYBzMCYhQ

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Aaaaahhhndi“ ()

      kadett 1900 schrieb:

      Man fängt vorne links an nächster vorne rechts nächster hinten links zuletzt hinten rechts . Sinn davon ist das die längste Leitung immer neue Flüssigkeit bekommt . War vor kurzem auf einem technischen Training bei ATE in Frankfurt . Habe auch bis dato so gedacht . Ist aber überholt .....


      Wie jetzt, erst vorne links und dann nach dem weitesten hinten vorarbeiten? Also genau andersherum als seit >50 Jahren gepredigt?
      Wenn ich aber hinten rechts anfange wie bisher und solange pumpe bis neue Bremsflüssigkeit austritt, dann ist doch die längste Leitung gut versorgt, oder nicht? Danach hinten links und dann vorne rechts und links. Warum sollte diese Reihenfolge plötzlich im Jahre 2021 überholt sein?
      Kannst du das mal bitte näher erläutern und belegen?
      Selbst Lufteinschlüsse würde ich eher im jeweiligen vorderen Bereich des jeweiligen Bremskreises sehen als im hinteren Bereich und daher erscheint mir die altbewährte Reihenfolge schlüssig.
      Das sich alte Bremsflüssigkeit mit der neuen vermischen könnte, besteht in beiden Entlüftungsreihenfolgen innerhalb des jeweiligen Bremskreises (hinten rechts/ vorne links und hinten links/ vorne rechts oder jeweils umgekehrt).
      Dieses Restrisiko der Vermischung halte ich für vernachlässigbar - wer das auschließen möchte, der entleert eben komplett und füllt neu auf, dann aber nach der alten Methode hinten rechts, hinten links usw.
      Aber ich lerne gerne dazu :)
      Gruß Jens
      Moin es gibt immer neues das man lernen kann . Bin Geschäftlich wie Privat am Puls der Zeit . Kupferpaste ist heute auch out ( Elektrochemische Spannungsreihe ) . Bin auch gerade dabei den Kadett zum 2 Leben auf die Welt zu bringen .....
      Bremsen nach Möglichkeit mit einem Entlüftungsgerät entlüften . Wegen dem HBZ.....
      @ kadett1900

      Wieso nun aber auf einmal andersherum entlüftet werden soll hast du aber leider nicht erklärt. Das würde mich auch brennend interessieren wer sich das neue System warum ausgedacht hat?
      Alltagswagen - Opel Kadett B 12S LZL , EZ 06.03.1972, Sierrabeige
      ---------------------------------------------------------
      Leben und leben lassen.
      Moin,

      an dem Bremssystem hat sich 50 Jahre nichts geändert und das Entlüften von hinten nach vorne funktioniert seit 50 Jahren. Ich werde es weiter so machen.
      Anders herum wird es aber auch gehen. Vielleicht bleibt bei einer Methode ein minimaler Rest der alten Flüssigkeit im System. Das macht den Kohl aber nicht fett.
      Nur meine Meinung, lasse mich mit Argumenten gerne belehren.

      Gruß Peter
      Ein bisschen quer ist nicht schwer :D:

      72er Kadett B Limo

      Kadett65-67 schrieb:

      @ kadett1900

      Wieso nun aber auf einmal andersherum entlüftet werden soll hast du aber leider nicht erklärt. Das würde mich auch brennend interessieren wer sich das neue System warum ausgedacht hat?




      Das würde mich auch interessieren. Vielleicht meldet er sich doch nochmal. Das einzige was gut bei ihm funktioniert ist das hier....
      Immer wieder ein paar Wörter geschrieben dann.... Was ist an der Kupferpaste falsch ? ?( Für unsere alten Autos ist Kupferpaste sehr gut geeignet, bei Autos mit ABS sollte man sie nicht verwenden.

      Meine Frage nach dem Entlüfternippel in der Nähe vom HBZ wurde leider auch nicht beantwortet. :wink2:
      Moin,

      zum Thema Kupferpaste: Ich benutze Kupferpaste seit 50 Jahren ohne Probleme bei einigen Schraubverbindungen. Der Unterschied in der Elektrochemischen Spannungsreihe hat sich noch nie negativ ausgewirkt. Für mich reine Theorie. In der so genannten Kupferpaste ist wohl auch nur ein geringer Anteil Kupfer drin. Außerdem ist das Thema verfehlt, hier geht es um`s Bremse entlüften.

      Gruß Peter
      Ein bisschen quer ist nicht schwer :D:

      72er Kadett B Limo
      Die "umgekehrte Reihenfolge" macht wenn überhaupt nur Sinn als Abpumpreihenfolge (aber auch bei nem Wechsel von Uraltbremsflüssigkeit nicht wirklich warum das besser sei als solange entlüften bis saubere Flüssigkeit kommt). Für mich gilt erstmal das was im Buch steht und dieses Prinzip sehe ich auch bei neueren Fahrzeugen in den Reparaturleidfäden wieder: Vom längsten Weg der Bremsleitungen zum Kürzesten dh. im Fall vom Kadett beginnend von hinten rechts.

      kadett 1900 schrieb:

      Moin es gibt immer neues das man lernen kann . Bin Geschäftlich wie Privat am Puls der Zeit . Kupferpaste ist heute auch out ( Elektrochemische Spannungsreihe ) . Bin auch gerade dabei den Kadett zum 2 Leben auf die Welt zu bringen .....
      Bremsen nach Möglichkeit mit einem Entlüftungsgerät entlüften . Wegen dem HBZ.....


      Dem Entlüftungsgerät kann ich beistimmen, Aaaaahhhndi ist schon auf den Hintergrund eingegangen. Einen augenscheinlich uralten Behälter würde ich aber vorsichtshalber wechseln um unschöne Erfahrungen zu vermeiden...

      zum Thema Kupferpaste:
      - bei modernen Fahrzeugen mit ABS ist es möglich, dass die Kupferpaste auf den ABS-Ring kommt. Dann kann es sein, dass es die Sensorwerte verfälscht. Das kann man googlen, will da kein Fass aufmachen. Bei unserem Kadett ohne ABS ist das irrelevant.
      - Allerdings bin ich bei der Kombi Alu und Kupferpaste selbst unsicher (manche sehen es als NoGo an wegen den besagten elektrochemischen Prozessen, andere schrauben seit ewigen Zeiten ihre Zündkerzen in Alublöcke) - deswegen würde ich dann sicherheitshalber keine Kupferpaste verwenden wo Alu in der Nähe ist. Insbesondere bei Alubremssätteln.
      - Kupferpaste ist leichter auswaschbar - es fragt sich nur ob das bei uns so relevant wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „pitzabox“ ()