Zwöl beimischen, ja oder nein?

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      Zwöl beimischen, ja oder nein?

      Wir haben uns vor einiger Zeit schon mal hier damit beschäftigt. Aus aktuellem Anlass kam das Thema in meinem Umfeld kürzlich wieder auf. Ich selbst habe meinen 11N immer mit 1:100 Zwöl (vollsynthetisch) gefahren. Nach meinen Popometer lief das Auto weicher und sprang nach längerer Standzeit mit nur einem "Zuck" an.

      Weil ich mir jetzt aber auch nicht 100%ig sicher war, ob ich mir das womöglich nur eingebildet habe, habe ich es bei einer, sagen wir mal, "renommierten Fachzeitschrift" zum Thema gemacht.

      Hier das Statement:

      Das sogenannte „Obenöl“ ist ein Relikt aus den Fünfzigerjahren, als der freundliche Tankwart immer ein Schnapsglas voll (oder auch etwas mehr) Öl in Tank gab. Fakt ist: Viertaktmotoren brauchen „oben herum“ keine Schmierung. Betroffen wären hier allenfalls die Ventilschäfte der Einlassventile, die so vielleicht besser in den Ventilführungen gleiten könnten. Fakt ist aber auch, dass die Ventilführungen aus selbstschmierendem Buntmetall bestehen, die keinen Ölfilm brauchen. Bei vielen Motoren gibt es sogar eigens Ventilschaftdichtungen, die das Herablaufen des Öls am Ventilschaft verhindern sollen. Hinderlich wäre das Öl auch an den Ventilsitzen, wo es auf Dauer zu Verkokungen führen würde. Am Verbrennungsvorgang selbst nimmt das Öl nur sehr bedingt teil, was zu Geruchsbelästigungen und Ölwolkenbildung beiträgt. Für die Auslassventile gilt die schädliche Wirkung des Öls noch deutlicher. Wie man bei Motoren mit verschlissenen Ventilschaftdichtungen erkennen kann, setzt sich die Ölkohle an den deutlich heißeren Auslassventilen ab und bildet dort Verkrustungen, die sich leistungsmindernd auswirken und sogar zu Kompressionsverlust führen können.Völlig qualmfreies Zweitaktöl gibt es nicht. Tatsächlich verbrennen heutige 2T-Öle aber deutlich besser und werden vor allem deutlich geringer dosiert. Ich selbst fahre meinen Saab 96 mit solchem Öl im Mischungsverhältnis 1:100, obwohl werkseitig 1:33 vorgeschrieben war. Eine Ölwolke gibt es da nur noch beim Starten. Der Geruch ist aber nach wie vor spürbar.Gibt es also überhaupt Vorteile und Einsatzgebiete für Obenöl? Tatsächlich kann Zweitaktöl hilfreich sein, wenn Fahrzeuge mit K-Jetronic-Einspritzanlagen über einen längeren Zeitraum abgestellt werden sollen. Das Öl verhindert, dass sich an den hochsensiblen Steuerkolben der mechanischen Anlage Korrosion bildet. In diesem Fall sollte das Öl aber nur kurz vor dem „Einmotten“ zugegeben werden und nicht höher dosiert als 1:500. Noch besser zum Einmotten solcher Fahrzeuge eignet sich aber Petroleum, das man direkt von der Kraftstoffpumpe ansaugen lässt, bis der Motor unter heftiger Rauchentwicklung von allein ausgeht.Heutige Ottokraftstoffe bestehen aus bis zu 400 (!) Einzelsubstanzen. Einige davon vertragen sich nicht gut mit Buntmetallen in Vergasern und alten Kraftstoffpumpen. Daran kann aber auch eine Ölbeimischung nichts ändern. Speziell Polymere in Gummi- oder Kunststoffleitungen leiden unter dem so genannten „Quellangriff“ moderner Kraftstoffe. Dabei werden die Weichmacher im Material von den Aromaten im Kraftstoff ausgeschwemmt und diese setzen sich an deren Stelle. Verwendet man häufig wechselnde Kraftstoffqualitäten wie zum Beispiel Super Plus und Super E10 verursachen die Volumenveränderungen in den Polymeren Rissbildung in den Schläuchen. Dagegen gibt es zwei Möglichkeiten der Lösung. Erstens: Tauschen Sie alle Benzinleitungen gegen aktuelle Materialien aus. Zweitens: Verwenden Sie immer dieselbe Kraftstoffsorte, vorzugsweise Super E10, weil dieses nicht nur billiger ist, sondern auch den geringsten Quellangriff auslöst. Letztere Aussage stammt übrigens von ....., der als ARAL-Entwickler im Normungsausschuss für Kraftstoffe in Deutschland sitzt.

      Gruß, Olli :....):
      Hier bin ich – hier bleib ich :i):

      Zwöl beimischen, ja oder nein?

      ähm, ich habe mir ohne mist vor 2 wochen 5 l zwöl bestellt weil... naja, ihr wisst warum. wenn sich jetzt herausstellt, das sei auch nix, dann sauf ich den kanister. was an dem e10 mit dem quelldingsbums dran ist würde mich aber sehr interssieren.

      gruss aus wiesbaden

      christian


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