Original oder individualisiert - Versuch einer soziologischen Perspektive

    Team

      Original oder individualisiert - Versuch einer soziologischen Perspektive

      Hallo zusammen,

      ich habe gerade festgestellt, dass ich im kommenden Juli seit genau 10 Jahren hier im Forum angemeldet bin und in den letzter Zeit mehr durch Abwesenheit als durch zahlreiche Aktivitäten geglänzt habe. :/

      Deshalb dachte ich mir, ich schreibe hier mal einen Text, den ich schon ähnlich im Rekord P2 - Forum veröffentlicht habe und in diese Kategorie passt. Einen Beitrag zur allgemeinen Diskussion um unser Oldtimerhobby. Dies ist ausdrücklich KEINE wissenschaftlich exakte Ausarbeitung, weil ich kaum Quellen, Verweise, etc. angegeben habe. Es ging mir auch mehr um einen Gedankengang, der mir in den letzten Tagen mal beim Duschen kam und den ich dann nach zwei Flaschen Kölsch runtergeschrieben habe. Wen es interessiert - viel Spaß: :P

      - Teil 1 -

      Original oder individualisiert – Versuch einer soziologischen Perspektive

      Kaum eine Frage löst (nicht nur) in unserem Kadett B - Forum so hitzige Debatten aus wie die Frage nach Originalität vs. Individualisierung unserer Oldtimer. Das Feld ist klar unterteilt in Verfechter des möglichst detailgenauen Originalzustandes und denjenigen, die ihr Auto entweder zeitgenössisch oder mittels moderner Technik individualisieren. Dazwischen tummeln sich Relativisten des „sowohl als auch“, die das Recht des Eigentums „Jeder darf mit seinem Auto machen, was er will“ oder den eigenen Geschmack „och, wenn das gut aussieht, dann guck ich mir das schon gern an“ oder eine mögliche Rückrüstbarkeit der Veränderungen „wenn man die Federn und die Räder wieder rückbauen kann, ist es ja nicht so schlimm“ als Maßstab für das anwenden, was sie gutheißen oder eben nicht.

      Hierbei ist mir aufgefallen, dass zwischen den extremsten Einstellungen beider Lager kaum eine Vereinbarkeit zu finden ist. Die Maxime heißt entweder original oder individualisiert. Mich hat jetzt wirklich mal interessiert, warum das so ist und versuche, mich dem Problem auf wissenschaftliche Weise zu nähern. Die passendste und sinnvollste Disziplin, die mir hierzu hilfreich erschien, war neben der Psychologie die Soziologie, für die ich mich studienbedingt interessiere und aus derer ich mich einfach mal spielerisch bedienen möchte, um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, warum die beiden Original ./. Individuell – Gruppen sich scheinbar so unversöhnlich gegenüberstehen. Hierbei handelt es sich ausdrücklich um keine streng wissenschaftliche Ausarbeitung nach allen Regeln der Kunst. Hierzu fehlen wesentliche Herleitungen und Belege. Für mich ist es mehr ein Gedankenexperiment, mit dem ich mich mal etwas beschäftigt habe und das ich aufschreiben möchte. Wen es interessiert und mit auf meine gedankliche Reise gehen möchte, sei hierzu gern eingeladen – und vor allem zum Diskutieren!

      Zunächst die Frage, was will Soziologie überhaupt? Soziologie ist die Wissenschaft vom Zusammenleben. Soziologie beschreibt soziales Verhalten und soziale Strukturen in der Perspektive von historischer Entwicklung und zeitlichem Wandel. Dabei geht es darum, dass individuell handelnde Personen eine zweite, kulturelle Welt als soziale Wirklichkeit erschaffen. Der Wandel vollzieht sich biographisch und geschichtlich. Unsere Gesellschaft unterteilte sich schon immer in arm und reich, gebildet und ungebildet. Um diese gesellschaftlichen Unterschiede zu erklären, reichte früher das Schichten-Modell, das die Gesellschaft in Ober- und Unterschichten aufteilte. Diese einfache Aufteilung reicht für eine Darstellung der heutigen Gesellschaftsschichten nicht mehr aus, deshalb spricht man heute vom „Habitus“ bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und teilt diese wiederum in „Milieus“ ein. Der Habitus eines Menschen beschreibt dessen innere und äußere Haltung, die sich im Geschmack, Mentalität und Ethik der alltäglichen Lebensführung äußert. Milieus sind Gruppen mit ähnlichem Habitus, die durch Verwandtschaft, Nachbarschaft, Arbeit oder Lernen zusammenkommen eine ähnliche Alltagskultur entwickeln – Verbindung durch soziale Kohäsion oder ähnliche Orientierung.

      Die Milieus sind gekennzeichnet durch verschiedene Wertefelder der Lebenspraxis, hier einige Beispiele:

      Wertefeld BEWAHREN:- Familie, Kinder- Pflichtbewusstsein, Fleiß- Leistung, Arbeitsethos- Sauberkeit, Ordnung- Sparsamkeit- Soziale Institutionen

      Wertefeld HABEN – SEIN – VERBRAUCHEN: Statussymbole- Aufstieg, Prestige- Gerechtigkeit- Selbstverwirklichung- Konsum, Haben- Vernunft, Bildung- Toleranz Liberalität- Politisches, soziales Engagement

      Wertefelder GENIESSEN – ERLEBEN: Körper, Fitness- Geselligkeit, Spaß- Freiheit, Kreativität- Naturübereinstimmung- Kommunikation

      Nun lassen sich anhand der verschiedenen Wertefelder hierin unterschiedliche Milieus unterteilen, die eingeordnet werden in ihre soziale Lage (Unter-, Mittel-, und Oberschicht) sowie in ihre Grundorientierung, von der Tradition (erhalten, bewahren) über die Modernisierung / Individualisierung (Haben & Genießen, Sein & Verändern) bis hin zur Neuorientierung (Machen & Erleben, Grenzen überwinden). Am gängigsten sind hierbei die sog. „Sinus-Milieus“, die beispielsweise in der Marktforschung etc. eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich nicht um irgendeinen theoretischen Quatsch, der in der realen Welt keine Anwendung findet, sondern ganz konkret wird mit diesen Milieus zum Beispiel in der Werbung gearbeitet, wenn hochpreisige Mercedes-Benz eher abends vor oder nach der Tagesschau auf der ARD beworben werden, als vormittags auf RTL II. Das hat mit der unterschiedlichen Mediennutzung verschiedener Milieus zu tun.

      Alle Milieus einzeln aufzuzählen, würde hier leider den Rahmen sprengen. Wer sich für Einzelheiten interessiert, kann am besten bei google den Begriff „Sinus-Milieus“ eingeben und findet dann z. B. die sog. „Kartoffelgrafik“.

      Man muss jetzt aber verstehen, dass nicht jeder Mensch immer eindeutig einem einzigen Milieu zuzuordnen ist, weil Milieus ineinander übergehen können und man sich auch weiterentwickeln kann von einem zum anderen Milieu. Das hat mit den persönlichen Vorlieben und Werten zu tun, die sich nunmal in der Zeit des Lebens weiterentwickeln.

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      Fortsetzung - 2. Teil -:

      Hier nur kurz ein paar Beispiele für Milieus, in denen wir uns vielleicht wiederfinden können, insgesamt gibt es 10 grundsätzliche Milieus. Diese drei bilden die große Mittelschicht:

      „Traditionelles Milieu“: Die Sicherheit und Ordnung liebende Kriegs- / Nachkriegsgeneration, in der alten kleinbürgerlichen Welt, bzw. in der traditionellen Arbeiterkultur verhaftet.

      „Bürgerliche Mitte“: Der leistungs- und anpassungsbereite bürgerliche Mainstream. Generelle Bejahung der gesellschaftlichen Ordnung; Streben nach beruflicher und sozialer Etablierung, nach gesicherten und harmonischen Verhältnissen.

      „Adaptiv-pragmatisches Milieu“: Die mobile, zielstrebige junge Mitte der Gesellschaft mit ausgeprägtem Lebenspragmatismus und Nutzenkalkül: erfolgsorientiert und kompromissbereit, hedonistisch und konventionell, starkes Bedürfnis nach „flexicurity“ (Flexibilität und Sicherheit).

      Ich selbst würde mich tendenziell beispielsweise dem „sozialökologischen Milieu“ zuordnen, hierbei handelt es sich um ein idealistisches, konsumkritisches Milieu mit ausgeprägtem ökologischen und sozialen Gewissen: Globalisierungs-Skeptiker, Bannerträger von Political Correctness und Diversity. Aber habe ebenso Tendenzen in mir zur bürgerlichen Mitte sowie zum adaptiv-pragmatischen Milieu. Gar nicht einfach, zu beschreiben. Aber ist ja auch nur ein Gedankenspiel.

      Was hat das mit uns als Oldtimerfahrer zu tun? Ganz klar: Weil wir alle als Individuen ja ebenfalls nur Teil der Gesellschaft sind, haben wir auch unterschiedliche spezielle Vorstellungen von Werten, vom Leben, von Geschmäckern und überhaupt. Hierbei ist es so, dass sich unser Forum zusammensetzt von Liebhabern des Kadett B, die den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Milieus entstammen dürften. Der eine ist etwas traditioneller, der andere halt etwas erlebnisorientierter geprägt. Hieraus ergeben sich aber, wie anhand der Milieu-Studie dargestellt, unterschiedliche Werte- und Geschmacksempfindungen. Denn darum geht es bei der Marktforschung, wie bei Produktplatzierungen: Werte- und Geschmacksempfinden.

      Was sind in diesem Zusammenhang Werte? Ganz einfach ausgedrückt, sind Werte alles, von dem wir wollen, dass es „mehr“ wird. Unwerte hingegen sind alles, von dem wir wollen, dass es „weniger“ wird. Wenn ich zum Beispiel den Wert der „Freiheit“ ganz oben einsortiere, resultiert hieraus meine persönliche Einstellung, z. B. werde ich mich dann immer dafür einsetzen, dass sich jeder so frei wie möglich entfalten kann, und andere Nachteile, die sich hieraus ergeben, vielleicht hinnehmen. Würde ich den Wert der „Sicherheit“ ganz oben einordnen, würde ich alles danach gestalten, dass es möglichst sicher ist, also würde mehr Polizei und Ordnungskräfte fordern und diesem Wert andere Dinge unterordnen, die mir nicht so wichtig sind, wie zum Beispiel die Freiheit.

      Zurück zum Oldtimerfahrer und Forenbenutzer: Je nachdem, welchem Milieu ich tendenziell zugehöre, bzw. welchem Wertefeld ich mich bewege, ordne und konstruiere ich meine Werte, die ich im Zusammenhang mit meinem Oldtimer für wichtig erachte:

      Bewege ich mich mit meinem Oldie eher im Wertefeld BEWAHREN, so werde ich eher darauf achten, mit Pflichtbewusstsein und Fleiß einen sauberen, ordentlichen Oldtimer zu konservieren, der meine Leistung und meinen Arbeitsethos wiederspiegelt, und den ich mir unter Umständen auch gern als Denkmal von der zuständigen Behörde anerkennen lassen würde als „Gütesiegel“ einer staatlichen Institution. Ich bin stolz auf H-Kennzeichen sowie meine Clubzugehörigkeit (z. B. der Alt-Opel-IG) als soziale Institution, die ich respektiere.

      Bewege ich mich mit meinem Oldie eher im Wertefeld HABEN – SEIN – VERBRAUCHEN, so sehe ich meinen Oldtimer als Statussymbol. Denn dieser verspricht mir gesellschaftlichen Aufstieg (Oldtimerbesitzer) und Prestige. Er ist Teil meiner Selbstverwirklichung und Zeichen meines Konsums und meines Besitzes (Haben).Habe ich meinen Oldtimer eher um des GENIESSEN und des ERLEBENS willen, so bringt mir mein Oldtimer vor allem Geselligkeit und Spaß (bei Treffen und auf Ausfahrten), Freiheit und Kreativität (mit Umbauten und Zubehör) und Kommunikation (bei Clubtreffen oder im Forum).

      Alle machen das Gleiche – sie sind mit ihrem Oldtimer unterwegs und betreiben unser gemeinsames Hobby. Haben aber jeweils unterschiedliche Wertkonstellationen und Ziele, die sie hierbei verfolgen.

      Das macht es schwierig, wenn sich nun diejenigen, die sich auf unterschiedlichen Wertefeldern bewegen, über „Geschmack“ und „Originalität“ streiten, worum es ja bei den Diskussionen immer geht. Der Konservative hat ein Kulturgut zu schützen, dessen Erhaltung ihm jenseits von Besitz und Prestige am Herzen liegt, was ihm seinerseits natürlich in seiner „Subkultur“ des Alt-Opel-Clubs wieder eigenes Prestige einbringt, der andere fährt seinen Oldie als Statussymbol und Teil seiner Selbstverwirklichung und fordert hierbei Toleranz und Liberalität ein, weshalb er auch davon ausgeht, dass er mit seinem Auto machen kann, was er will (nötigenfalls Doppel-Stoßstangen, Chromfelgen, Auspufftatzen). Er fordert die Toleranz von anderen Liebhabern genauso ein, wie er sie auch anderen zuteil kommen lassen würde, und zwar aus Überzeugung. Jedoch kann er diese Toleranz vom Konservativen nicht erwarten, weil der Konservierende die Originalität an oberste Stelle seiner eigenen Wertekonstellation stellt, weil diese Originalität einen eigenen Wert darstellt, außerhalb Status, Selbstverwirklichung und Vernunft. Es geht ihm um das Bewahren von Vergangenem in Form eines Oldtimers, und das läuft genau gegensätzlich zum Wert des Verbrauchens. Am besten kommt da vielleicht noch der Genießer zurecht, wenn er seinen Oldtimer mit Geselligkeit und Spaß genießt, dabei frei und kreativ ist, aber offen für Kommunikation und Naturübereinstimmung. Dies ist einfacher, als sich zwischen bewahren und verbrauchen zu entscheiden.Wie gesagt, das hier ist nur ein Gedankenspiel, das ich während des Duschens hatte und mir die Idee kam, dass es hier auch noch irgendjemand anderen interessieren könnte, sei es nur als ein kleiner Ausflug in die Soziologie, bzw. die Erforschung von Gesellschaft. Dies halt am Beispiel unserer Oldies. Vielleicht gibt das ja etwas neuen Diskussionsstoff?

      Liebe Grüße aus Köln

      Stefan

      (Quelle für alles bzgl. Soziologie und Milieustudien: Soziologie-Vorlesungen an der FH Köln, im Studiengang Soziale Arbeit)
      Grand Prix Kadett 1.1
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      Viiiiiel zu lesen, aber lesenswert :)

      Hmmm ich frage mich wo ich einzuordnen bin.... zumal sich mein Werteverständnis zeitweise doch sehr ändert, bzw ich mit Gedanken in diese Richtung spiele. Vielleicht kannst Du mich einordnen....ist jetzt ein wenig wie "Wer ist Dein Herzblatt" ;)

      Also, da ist der Tom. Frau Kind, Haus, Auto(s) und Job. Ich bin eher so der Typ fürs Understatement. Olle verranzte Karren, eine Einfahrt am Haus zum Gruseln und mein Coputer ist älter als alles was ich meinen Kunden so verkaufe. Der Kadett ist seit über 10 Jahren zerlegt in der Garage weil Zeit und oft auch Geld fehlt.
      Autos sind für mich generell kein Statussymbol. Das hab ich gar nicht nötig. Allerdings ist meine "Kleine" schon mein Schätzchen und ich weiß noch das ich stolz wie Oskar war, wenn sich Leute danach umgedreht haben oder ich darauf angesprochen wurde, aber ich stehe auch gerne auf der Theaterbühne ohne mich als Selbstdarsteller zu bezeichnen.... (Kann es sein, das Soziologie sehr eng mit Psychologie verwandt ist?)
      Zurück zum Kadett...eines war immer klar..... Hauptsache original! Und dann vergeht die Zeit und man wird älter und lernt ne Menge Leute kennen und dann denkt man auf einmal darüber nach den Wagen dezent tiefer zu legen und etwas größere Reifen mit etwas weniger Gummi aufzuziehen. Man denkt über Endstufen und Navi nach..... und findet es auf einmal gar nichtmehr so häßlich.

      Wo stehe ich nun... Original? Tuning?.... but don´t overdo it! .... gelegentlich reizt es mich immernoch einen Targa zu bauen.... Wenn man alle verstehen kann... die Originalos, die Tuner und die, die die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten.... was ist man dann? Passe ich überhaupt in eine soziale Oldtimer-Schublade?

      Also lieber Kanditat, wer soll nun Dein Herzblatt sein?
      Ist es Mr. Understatement, dessen Autos in der Horroreinfahr verrotten, oder Kandidat 2, der sich im Scheinwerferlicht an seine "Kleine" schmiegt, oder ist es Kandidat Nummer 3, der auch mal im tiefergelegten Auto Spaß am Präsentieren hat?

      :D:

      Ne ernsthaft.... mich würde das echt mal interessieren, wo ich in Deiner "Liste" einzuordnen bin? Gibt es die "liberale Mitte"?

      Tom
      Würden wir mehr tanzen, die Welt wäre eine andere!

      © Andreas Nero Nick

      (*1955), deutscher Komponist und Texter
      Interessant ... aber schlauer bin ich jetzt auch nicht 8o
      Das die beiden Gruppen nur schwer bis gar nicht zu vereinen sind, war auch vorher klar und wird sich wohl auch nicht ändern. Was mir immer auffällt ist, dass auch die Fahrer genauso unterschiedlich ticken, wie ihre Autos aussehen. Das zieht sich durch alle Fahrzeuggattungen und Modelle.
      Ich sehe mich auch eher in der bürgerlichen Mitte und bin auch so aufgewachsen.
      Beim Auto bin ich nicht so der Originalo, wobei ich es gern zeitgenössisch und unauffällig habe.
      ... unter der Dusche, da warste aber lang drunter Stefan.

      Zu Thema was haben haben alle Gemeinsam, es ist immer das Ausgangsprodukt. Bei allen die mit dem Virus Auto befallen sind, ist das Grundmodell der Ansatzpunkt. Wobei sich die Frage aufwirft, wie kommt den jeder so zu seinem Typ oder Modell. Hat Ihn die Gesellschaft geprägt oder war der Auslöser in der Familie oder ist im die Karre zugelaufen wie ein Hund oder eine Katze, oder hat er nur einen Vogel, im positiven Sinn.
      Die Oldtimerfreunde mit originalen Autos haben bei der Restaurierung einen Vorteil, die Teile die Sie ersetzen müssen können Sie sehen. Man kann erkennen ob das Teil was man kauft auch passt, weil man vergleichen kann. Das ganze Geheimnis der Tuner von früher war, das man sich mit der Materie befasst hat und geschaut hat was passt von anderen Modellen, meist vom nächst größeren.
      Sollten einmal bestimmte Teile nicht mehr verfügbar sein um seinen Originalen Oldtimer am laufen zu halten, werden auch die Freunde des Originals zu kleinen Tunern. Das sieht man heute schon an kleinen Änderungen wie, Unterbrecherkontakte gegen Transistorzündung tauschen, nur ein Beispiel.
      Original ist mir genau so wichtig wie Umgebaut und bei den Leuten mach ich den Unterschied nicht wegen deren Fahrzeug ob Umbau oder Original, das wär´s ja.

      Ohne Original gibt es auch keinen Umbau, egal was für ein Hersteller und Modell.

      Wobei wir jetzt bei der Frage aller Fragen wären, wer war zuerst da, die Henne oder das Ei.

      Grüße Steffen
      www.b-racing.de

      "Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung". Kaiser Wilhelm II
      Es war ja schon ein Wunder, das die in der letzten Oldtimer Praxis ein Rekord C Coupe mit 2,0 OHC Motor und Kat reingepackt haben.

      Die mussten das ganze mit nem Rekord C Krankenwagen und Deutsch-Cabrio verschleiern/versüßen.

      Das wird wieder Kritik hageln Har Har Har...
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      https://m.youtube.com/watch?v=iMtYBzMCYhQ
      also ich zähle mich zur sozialökologischen bürgerlichen nicht konservativen Mitte. Familienvater, Hausbesitzer. Autos sind für mich kein Statussymbol (Alttagsfahrz. Dacia Logan und Renault Kangoo) Meine Autos sind alle individualisiert allerdings bezieht sich das mehr auf Innenraum und Optik. So Dinge wie gehäkelte Klorollenaufbewahrung, Christopherus Plakette und Wackeldackel sind im Kadett, es hängt was am Innenspiegel und ich bin immer auf der Suche nach zeitgenössischen Aufklebern (leider aus der Mode gekommen) Also irgendwie auch original 70er. Ich bin der Meinung jeder sollte das Oldtimerhobby nach seien Vorlieben gestalten grade das macht doch den Reiz des ganzen aus. Ichh bin Mitglied in der Alt-Opel IG und bin der Meinung das mein Kadett, grade wegen seiner optischen Aufmachung , zumindest ein Zeitdokument der 70er ist. Das soll nicht bedeuten dass er mit Samthandschuhen angefasst wird er soll auch als Fahrzeug genutzt werden und Spaß machen. Ein denkmalgeschütztes Haus wird ja auch bewohnt.
      Zur Originalität habe ich ein pragmatisches Verhältnis. Ich würde z Bsp.kein modernes Radio in den Kadett einbauen, wenn es aber aufgrund mangelnder Ersatzteilversorgung nicht anders geht kann ich auf 100 Original durchaus verzichten. Ich bin auch schon auf meinen nicht zum BJ passenden Kühlergrill angesprochen worden- stört mich nicht auch sowas war früher durchaus üblich.
      Ist ja auch ein bischen witzig...

      Ich fühl mich ziemlich genau wie Tom.. :)

      Hab meine Limo, die schön gerichtet ist (möglichst original, hab da auch schon Spezialisten befragt, was sie nicht originales finden)

      Hab einen riiiesen Spaß mit Pepe zur Arbeit zu heizen, oder auch auf Oldtimertreffen die Hochglanz-Fahrer zu schocken.. (Wobei das jetzt in gespachteltem Zustand nicht mehr sooo extrem ist..)

      Hab da noch den Winterkadett...
      Alle schlechten Teile in schönem Matt-Schwarz GESTRICHEN, mit Leofell-Innenausstattung (Die Türpappen selbstgebaut, weil ich keine SCHLECHTE originale hatte..), rote Felgen, dicke Weisswand usw.

      Hmm..

      Bin ich SCHIZOPHREN?

      Auf jeden Fall sehr tolerant allen gegenüber ;)

      Egal wie, macht weiter so :thumbup:
      6x Kadett B, 1x Chevette, 1x Alltagsbenz, 1x Bedford Blitz

      Trotz Abfuckprämie bleibe ich meinem Schrott treu. ...aus Überzeugung!!!
      -- Mit Stil ans Ziel --